Recherche und Bewertung von Wärmenetz-Übergabestationen
Ansprechpartner: Jonas Gottschald
Laufzeit: 07/2025 – 03/2026
Fördergeber: Stiftung Nachhaltigkeit Stadtsparkasse Düsseldorf
Kurzbeschreibung:
In Deutschland werden fast 7 Millionen Haushalte mit Fernwärme versorgt. Bei rund 44 Millionen Haushalten ist damit fast jeder sechste an ein Fernwärmenetz angeschlossen. Die meisten Wärmenetze arbeiten mit hohen Temperaturen zwischen 70 und 110 °C; zugleich ist der Anteil fossiler Energieträger wie Erdgas, Kohle und Mineralöl mit über 60 % der gelieferten Wärme weiterhin sehr hoch.
Zur Steigerung der Energieeffizienz sollten Nah- und Fernwärmenetze mit möglichst geringen
Temperaturen betrieben werden. Hochtemperaturnetze (HT-Netze) mit Vorlauftemperaturen
von 70 bis 100°C weisen hohe Wärmeverteilverluste auf und erschweren die Einbindung
erneuerbarer Energien (EE). Niedertemperaturnetze (NT-Netze) mit konstanter
Vorlauftemperatur von 50 bis 70°C ermöglichen in der Regel eine direkte
Trinkwarmwasserbereitung und Gebäudeheizung. Im Sommerbetrieb entstehen jedoch auch
oft hohe Rücklauftemperaturen durch schlecht ausgelegte oder falsch eingestellte
Wohnungsstationen, vor allem in Systemen mit Trinkwarmwasserzirkulation, was die
Energieeffizienz mindert und zu Problemen im Netzbetrieb und der Einbindung von EE-Wärmeerzeuger
führen kann.
Im Rahmen der Studie erfolgte eine Recherche und Bewertung von konkreten
Wohnungsstationen (31 Stationen von 9 Herstellern). Basierend darauf wurden
Handlungsempfehlungen für sinnvolle Bestandteile einer Wohnungsstation für
Niedertemperaturnetze mit konstanter oder witterungsgeführter Vorlauftemperatur abgeleitet.
Diese Stationen bzw. Bestandteile sollen für NT-Netze geeignet sein, möglichst geringe
Rücklauftemperaturen, besonders im Sommerbetrieb, aufweisen, fehlertolerant gegenüber
Fehleinstellungen sein sowie nach Möglichkeit über eine Betriebsüberwachung verfügen,
gleichzeitig einen möglichst hohen Nutzerkomfort bieten und das bei einem angemessenen
Kosten/Nutzen-Verhältnis.
Im Ergebnis eignet sich für die Trinkwarmwasser-Bereitung in NT-Netzen ein
Proportionalmengen-Regler mit Temperaturkorrektur oder ein elektronischer Regler, je nach
Situation ein Differenzdruckregler und bei besonders geringen Netzvorlauftemperaturen auch
eine Trinkwarmwasservorrangschaltung. Eine Warmhaltefunktion als auch ein elektrischer
Durchlauferhitzer sind vorwiegend bei gesteigerten Komfortbedarf oder besonders geringen
Netzvorlauftemperaturen zu empfehlen, da diese die Energieeffizienz und Kosten negativ
beeinflussen. Je nach Art des NT-Netzes und Anforderung wird eine andere
Zusammensetzung empfohlen. Grundlegend ist eine Fehlerüberwachung bzw. Monitoring zur
schnellen Identifikation und Behebung für jede Station empfehlenswert. Weiterhin sollten die
Einstellungsmöglichkeiten des Nutzers an den Stationen nach Möglichkeit auf einen sinnvollen
Bereich begrenzt werden. Tiefergehende Einstellungen sollten nur durch Fachpersonal
getätigt werden können.
Schließlich erfolgte ein Ranking der „besten“ Stationen aus dem recherchierten Pool. Eine
Station besticht z.B. durch ihren ausgereiften elektronischen Regler, hoher Schüttleistung und
Komfort bei gleichzeitig guter Energieeffizienz.
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